OSLA-Präsentation Enregistrer au format PDF

Schweizer Observatorium für gewerkschaftsfeindliche Entlassungen
Mercredi 24 juin 2026

1_ Werden Sie Teil des Observatoriums

Das Schweizer Observatorium für gewerkschaftsfeindliche Entlassungen ist eine unabhängige Dokumentationsinitiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, mutmaßliche Angriffe auf die Vereinigungsfreiheit in der Schweiz seit 2003 besser zu verstehen, zu dokumentieren und zu analysieren.

Wir laden Gewerkschaften, Berufsverbände, Forschende, Jurist:innen, Journalist:innen, Akademiker:innen, Arbeitnehmervertreter:innen, gewählte Amtsträger:innen, Studierende und alle, die über relevante Informationen, Archive oder Expertise verfügen, zur Teilnahme an diesem gemeinsamen Projekt ein.

Das Ziel ist einfach : die umfassendste und gründlichste Dokumentation zu erstellen, die jemals in der Schweiz zu Entlassungen von Gewerkschafter:innen, Arbeitnehmervertreter:innen und an kollektiven Aktionen beteiligten Arbeitnehmer:innen erstellt wurde.

2_ Warum ein Observatorium ?

Seit über zwanzig Jahren ist das Thema gewerkschaftsfeindliche Entlassungen ein zentraler Streitpunkt zwischen der Schweiz, den Gewerkschaften und den Überwachungsorganen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Trotz der in der Bundesverfassung, den ILO-Übereinkommen Nr. 87 und Nr. 98 sowie verschiedenen Bestimmungen des Schweizer Arbeitsrechts verankerten Garantien berichten viele Arbeitnehmervertreter, Gewerkschaftsdelegierte und Arbeitnehmer, die sich an der kollektiven Verteidigung ihrer Kollegen beteiligen, weiterhin von Vergeltungsmaßnahmen bis hin zur Entlassung.

Bislang existiert jedoch kein unabhängiges nationales Verzeichnis, das eine präzise Erfassung des Ausmaßes dieses Phänomens ermöglicht.

Informationen sind verstreut in Gewerkschaftsarchiven, Gerichtsentscheidungen, ILO-Berichten, regionalen und nationalen Medien sowie wissenschaftlichen Publikationen.

Diese Fragmentierung erschwert eine fundierte Analyse der Entwicklung der Gewerkschaftsfreiheit in der Schweiz.

Die Schweizer Beobachtungsstelle für gewerkschaftsfeindliche Entlassungen hat sich zum Ziel gesetzt, diese Dokumentationslücke zu schließen.

Sie strebt ein umfassendes, überprüfbares und regelmäßig aktualisiertes Verzeichnis der seit 2003 erfassten Fälle an. In diesem Jahr reichte der Schweizerische Gewerkschaftsbund eine wegweisende Beschwerde beim Ausschuss für Vereinigungsfreiheit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ein, in der er den unzureichenden Schutz von Arbeitnehmervertretern anprangerte.

3_ Ein faktenbasierter Ansatz

Die Beobachtungsstelle ist überparteilich.

Ihre Aufgabe ist es, Fakten zu dokumentieren, Quellen zu überprüfen und klar zwischen Behauptungen, laufenden Gerichtsverfahren und rechtskräftigen Gerichtsentscheidungen zu unterscheiden.

Jeder Fall wird anhand einer transparenten Methodik analysiert, die auf spezifischen Dokumentationskriterien basiert :

  1. Identität der betroffenen Person ;
  2. Gewerkschaftsfunktion ;
  3. Arbeitgeber ;
  4. Kanton ;
  5. Kontext der Kündigung ;
  6. Verfügbare Quellen ;
  7. Etwaige Gerichtsverfahren ;
  8. Endergebnis des Verfahrens ;
  9. Fall der Internationalen Arbeitsorganisation gemeldet // ja / Datum / nein /.

Dieser Ansatz ermöglicht die Erstellung einer verlässlichen Datenbank, die von Forschern, Journalisten, Gewerkschaftern, Juristen, Parlamentariern und allen am aktuellen Stand der Gewerkschaftsfreiheit in der Schweiz interessierten Bürgern genutzt werden kann.

4_ Ein Instrument für Erinnerung und Analyse

Über die reine Sammlung von Daten hinaus zielt die Beobachtungsstelle darauf ab, ein dauerhaftes dokumentarisches Archiv zu schaffen.

Jeder Fall kann durch Presseartikel, Gerichtsurteile, offizielle Berichte, Pressemitteilungen von Gewerkschaften und internationale Dokumente ergänzt werden, um dem allmählichen Verschwinden von Quellen im Laufe der Zeit entgegenzuwirken.

Diese Dokumentendatenbank ermöglicht es zudem, zugrundeliegende Trends zu identifizieren :

  1. Am stärksten betroffene Wirtschaftssektoren ;
  2. Geografische Verteilung der Fälle ;
  3. Entwicklung der gemeldeten Entlassungen ;
  4. Ergebnisse von Gerichtsverfahren ;
  5. Auswirkungen von Rechtsprechung oder Gesetzesreformen ;
  6. Auswirkungen der Empfehlungen der Internationalen Arbeitsorganisation.

Die Beobachtungsstelle möchte außerdem eine offene Ressource für den Wissensaustausch, die Verbesserung der Qualität der verfügbaren Dokumentation und die Förderung zukünftiger Forschung zur Vereinigungsfreiheit in der Schweiz werden.

5_ Ein demokratisches Thema

Die Vereinigungsfreiheit ist eine der anerkannten Grundlagen des sozialen Dialogs und der betrieblichen Demokratie.

Die Dokumentation mutmaßlicher Verstöße gegen diese Freiheit dient nicht nur der Verteidigung von Arbeitnehmerrechten, sondern trägt auch zu einem besseren Verständnis der Funktionsweise schweizerischer Sozialinstitutionen bei.

Durch die Sammlung von Informationen, die derzeit verstreut und oft schwer zugänglich sind, leistet die Schweizer Beobachtungsstelle für gewerkschaftsfeindliche Entlassungen einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung dieser Fälle.

6_ Aufruf zur Mitarbeit

Die Schweizer Beobachtungsstelle für gewerkschaftsfeindliche Entlassungen sucht Partner und Mitwirkende in allen Regionen des Landes.

Wir laden Gewerkschaften, Verbände, Betriebsräte, Arbeitnehmervertreter, Forschende, Journalist:innen, Jurist:innen, Historiker:innen, Studierende und Bürger:innen ein, sich an diesem gemeinsamen Projekt zu beteiligen.

Beiträge können vielfältig sein :

  1. Meldung neuer Fälle ;
  2. Einreichung von Archiven oder Dokumenten ;
  3. Teilen von Presseartikeln ;
  4. Weiterleitung von Gerichtsentscheidungen ;
  5. Unterstützung bei Übersetzungen ins Französische, Deutsche oder Italienische ;
  6. Überprüfung von Informationen ;
  7. Archivierung von Dokumenten ;
  8. Technischer Support oder IT-Unterstützung.

Jede Einzelperson oder Organisation, die zu einem besseren Verständnis der Vereinigungsfreiheit in der Schweiz beitragen möchte, ist eingeladen, sich dieser Initiative anzuschließen.

Der Aufbau eines verlässlichen kollektiven Gedächtnisses zu gewerkschaftsfeindlichen Entlassungen ist ein konkreter Beitrag zu Transparenz, historischer Forschung, demokratischer Debatte und zum Verständnis der Entwicklung grundlegender Arbeitsrechte in der Schweiz.

7_ Kontakt

Um einen Fall, ein Archiv, ein Dokument, eine Gerichtsentscheidung oder einen Presseartikel einzureichen oder eine Zusammenarbeit vorzuschlagen :

Kontaktieren Sie das Observatorium

oder Dokumentendateien einsehen

oder Chronologisches Verzeichnis einsehen

Dans la même rubrique…

Revenir en haut